Sonntag, Juni 13, 2021
 

Schnupfen lindern und Komplikationen vorbeugen

Im Winterhalbjahr lauern uns rund  200 verschiedene Erkältungsvi ren auf. Wie soll man da einem  Schnupfen (bzw. einer viralen  Rhinitis) entkommen? Er ist hoch  ansteckend, und im Gegensatz zur  Grippe gibt es keine Schutzimpfung dagegen. Erwachsene sind  durchschnittlich 2- bis 3-mal pro  Jahr betroffen, Kinder weit öfter.

Prävention ist das A und O

Eine ausgewogene Ernährung mit viel  frischem Obst und Gemüse bietet den  besten Schutz gegen Schnupfen und  andere Erkältungskrankheiten. Pflanzli che Produkte oder Mikronährstoffe, die  das Immunsystem stärken (Echinacea,  Vitamin C, Zink, Aminosäuren usw.),  sind weitere Helfer. 

Schnupfen wird nicht, wie allgemein  angenommen, primär durch Kälte aus gelöst. Vielmehr begünstigt die Kälte  seine Entstehung durch eine Schwä chung von Immunsystem und Atem wegsschleimhaut. Ein Mangel an Son nenlicht sowie Erschöpfung, Stress und  Schlafmanko sind weitere Faktoren, die  das Immunsystem schwächen. 

Ist der Schnupfen bereits da, lassen sich  die Symptome durch folgende Mass nahmen lindern: 

• Viel trinken, vor allem Heissgeträn ke, damit das Virus verdünnt wird und leichter ausgeschieden werden kann.

• Inhalieren mit heissem Wasser und äthe rischen Ölen (Thymian, Eukalyptus usw.)

• Befeuchtung der Wohnräume 

• Äusserliche Anwendung oder Einnahme  abschwellender Arzneimittel. 

Ist Vorsicht vor Nasentropfen geboten?

Nasentropfen oder andere lokal anzu wendende Arzneimittel (Spray, Gel usw.)  sind bei Schnupfen durchaus sinnvoll.  Als Fachperson wissen Sie, wie solche  Medikamente ohne unerwünschte Ne benwirkungen einzusetzen sind. Das Bin degewebe der Nasenschleimhaut ist von  zahlreichen Blutgefässen durchzogen, die  sich bei Schnupfen ausdehnen. Die Fol gen sind das Anschwellen der Schleim haut, übermässige Schleimabsonderung  und eine «verstopfte Nase». Die Atmung  kann dann nur noch durch den Mund  erfolgen, der aber die eingeatmete Luft  nicht befeuchten kann. Damit kann die  Atmung durch den Mund zu einer Aus trocknung und Reizung von Rachen und  Bronchien führen.

Wohltuend und vorbeugend!

Abschwellende Nasenmittel für die lokale  Anwendung (Nasensprays, -tropfen, -gels)  wirkend gefässverengend und vermin dern die Schleimproduktion. So kann die  Nasenschleimhaut rasch abschwellen, die  Nase wird wieder frei, und die Atmung  wird dauerhaft erleichtert. Der Wirkstoff  Oxymetazolin, zum Beispiel, entfaltet seine Wirkung bereits nach 1 Minute  und wirkt 12 Stunden lang. Abschwel lende Nasenmittel lindern somit nicht  nur die Symptome des Schnupfens, son dern beugen auch Folgeerkrankungen  vor. Abends angewendet, verhindern sie  den Rückfluss in den Rachen und damit  nächtlichen Hustenreiz und morgendli che Halsschmerzen. 

Kein Problem bei kurzfristiger  Anwendung

Abschwellende Nasenmittel dürfen  längstens eine Woche eingesetzt werden.  Denn bei längerer Anwendung können  sie einerseits zu einer gewissen Gewöh nung führen (die Anwendung muss im mer häufiger erfolgen), andererseits zu  einer trockenen Rhinitis, die sich in der  Bildung von Verkrustungen und Atembe schwerden äussert. 

Die obigen Einschränkungen gelten nicht  für Präparate auf der Basis von physiolo gischer Kochsalzlösung oder sterilisier tem Meerwasser. Diese erweisen sich  allerdings auch als weit weniger effizient zur Behandlung von Schnupfen. Gefässverengende Medikamente zum  Einnehmen können die äusser liche Anwendung nötigenfalls  ergänzen. 

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