Freitag, Mai 20, 2022
 

Warum Optimismus im Betrieb fördern?

Die Ergebnisse des Job Stress Index zeigen, dass 28,7% der Schweizer Arbeitnehmer sich gestresst fühlen. Andere stellen fest, dass Pessimismus im persönlichen und beruflichen Umfeld immer mehr zur Normalität wird. Und wenn man neueren Studien Glauben schenken darf, gibt es auf dem Arbeitsmarkt bei weitem mehr Pessimisten als ihre positiveren Kollegen. Das ist schade, wenn man die Vorteile einer positiveren Perspektive bedenkt. Optimismus macht nicht nur die Zusammenarbeit mit Kollegen angenehmer; er kann tatsächlich Ihr gesamtes Unternehmen voranbringen.

Die Vorteile von netten Kollegen

Beginnen wir mit dem Offensichtlichen. Einfach ausgedrückt: Die Arbeit mit Kollegen, die sich bei ihrer Arbeit wohlfühlen, wirkt sich darauf aus, wie jedes Mitglied Ihres Teams sich selbst und seine eigene Arbeit empfindet:

  • Höhere Produktivität,
  • Mehr Kreativität,
  • Bessere Teamarbeit,
  • Eine niedrigere Fluktuationsrate,
  • Ein besserer Kundenservice,
  • Ein mögliches Gewinnwachstum.

Zufriedene Mitarbeiter bedeuten zwar nicht zwangsläufig optimistische Kollegen, die beiden Eigenschaften sind aber gerade wegen dieser zwischenmenschlichen Beziehungen eng miteinander verbunden. Es ist ganz natürlich, Optimismus mit einem angenehmeren Teamklima in Verbindung zu bringen. Bauen Sie das eine auf und fördern Sie es, dann wird das andere wahrscheinlich folgen.

Die ansteckende Natur des Optimismus

Vielleicht haben Sie schon einmal gehört, dass Optimismus ansteckend ist. Dies ist mittlerweile wissenschaftlich bewiesen worden. Ein Optimist, vor allem wenn dieser Optimist in Ihrem Team auch ein Extrovertierter ist, der gerne seine Meinungen und Emotionen mitteilt, kann schnell ein ganzes Team oder eine Abteilung beeinflussen.

Forscher beschäftigen sich seit Jahren mit diesem Phänomen. Laut einem Artikel im Harvard Magazine hat Professor Nicholas Christakis von der Harvard Medical School herausgefunden, dass Glück ein kollektives Phänomen sein kann: Ein glücklicher Ehepartner oder sogar ein zufriedener Freund oder Nachbar, der weniger als einen Kilometer von Ihnen entfernt lebt, scheint die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass Sie ebenfalls glücklich sind.

Dasselbe Phänomen lässt sich am Arbeitsplatz beobachten, aber es erstreckt sich auch auf das andere Ende des Spektrums. Ein Team von Optimisten wird sich gegenseitig zu positiverem Denken anspornen, wodurch sich die oben genannten Vorteile exponentiell vervielfachen. Ein Team von Pessimisten hingegen kann die gleichen Nenner deutlich verringern.

Dominoeffekt im Betrieb

Optimisten neigen dazu, erfolgreichere Karrieren zu haben als Pessimisten. Sie haben eine 40 % höhere Chance auf eine Beförderung, eine sechsmal höhere Chance, eingestellt zu werden, und ein fünfmal geringeres Risiko auszubrennen als ihre Kollegen. Das sind Zahlen, die für die Gesundheit Ihrer Organisation bedeutsam sind. Sie helfen ausserdem, die Personalfluktuation mit den einhergehenden bekannten Gefahren zu bekämpfen. Mitarbeiter gehen, weil sie das Gefühl haben steckenzubleiben, weil sie nicht mehr engagiert sind oder sich erschöpft fühlen. Indem Optimisten diese Faktoren bekämpfen, verbessern sie nicht nur ihre eigene Karriere, sondern tragen auch dazu bei, eine stabilere Organisation aufzubauen.

Die Lösungsorientierung der Optimisten

Optimismus ist jedoch nicht gleichbedeutend mit Selbsttäuschung. Im besten Fall ignoriert der Optimist Probleme und Herausforderungen nicht zugunsten von Vorhersagen und Gedanken über eine rosige Zukunft. Stattdessen nimmt er diese Herausforderungen mit einer positiven Einstellung in Angriff, die es ihm ermöglicht, Lösungen zu finden, wann immer es möglich ist. Ein rationaler Optimist ist in der Lage, die Realität so zu sehen, wie sie ist, und gleichzeitig die Überzeugung zu bewahren, dass Handlungen die Situation verbessern können. Diese lösungsorientierte Geisteshaltung treibt positives Handeln an.

Die Kombination aus einer positiven Einstellung und dem Glauben an die Fähigkeit, Dinge zu verbessern, die nicht wie geplant verlaufen, ist für das Überleben und Gedeihen von Organisationen von entscheidender Bedeutung. Sie ermöglicht es, in Wachstums- und Reifephasen einen proaktiven Ansatz gegenüber einem schwierigen Umfeld zu wählen. Auf der Mikroebene erklärt das vermutlich auch, warum Studien ergeben haben, dass optimistische Verkaufsprofis durchweg bessere Ergebnisse erzielen als ihre eher negativ gestimmten Kollegen.

Wie können Sie Optimismus in Ihrem Arbeitsumfeld fördern?

Durchhaltevermögen, eine lösungsorientierte Denkweise und eine positive Auswirkung auf Ihre gesamte Organisation sind wahrscheinlich für alle relevant. Jetzt kommt der schwierige Teil: Wie können Sie den Optimismus in Ihrer Organisation und Ihrer Unternehmenskultur fördern? Die Antwort ist nicht immer einfach. Ein strategischer Ansatz kann jedoch viel dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen. Das beginnt bei ganz einfachen Dingen, die Sie tun können, um die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu steigern, wie z. B:

  • Feedback zu den durchgeführten Massnahmen einholen (und umsetzen),
  • Zeigen Sie, dass Sie von der Bedeutung der Arbeit Ihrer Teams überzeugt sind,
  • Mikromanagement nach Möglichkeit eliminieren,
  • Das Führungspotenzial anderer entwickeln,
  • Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung bieten.

Damit ist es aber noch nicht getan. Eine weitere Komponente bei der Umwandlung von allgemeiner Zufriedenheit in Optimismus (und umgekehrt) besteht darin, dafür zu sorgen, dass Ihre Teams zumindest einen gewissen Freiraum haben, um eigene Lösungen zu finden, indem sie ihre Kreativität spielen lassen. Es ist auch hilfreich, einige Ihrer Optimisten mit weniger positiven Mitarbeitern zu paaren, um im Laufe der Zeit einen kulturellen Wandel zu fördern. Trotz allem ist es für einen Pessimisten nicht immer selbstverständlich, einfach seine Einstellung zu ändern, oder sogar für einen selbsternannten Realisten, bedingungslos positiv in die Zukunft zu blicken. Zögern Sie nicht, uns Ihre Erfahrungen mitzuteilen und Ihre Best Practices mit uns zu teilen!

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