Samstag, November 26, 2022
 

Schwierigkeiten bei der Medikamentenbeschaffung

Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) erfasst auf seiner Internetseite Medikamente und Impfstoffe, die derzeit nicht verfügbar sind. Wie sieht die Situation für diesen Winter aus?

Die Meldestelle Heilmittel des BWL erfasst nicht verfügbare Produkte schnell und kommuniziert die zu ergreifenden Massnahmen, um die Versorgung der Patienten sicherzustellen. Es wird empfohlen, auf die Pflichtlagerbestände zurückzugreifen, keine Präventivkäufe zu genehmigen, bei einem anderen Anbieter zu bestellen, andere galenische Formen zu nutzen oder über eine eventuelle Substitution zu entscheiden.

Schon seit mehreren Jahren ist die Situation auf dem Beschaffungsmarkt für pharmazeutische Produkte angespannt. Diese Probleme sind unter anderem auf die Konzentration der Anbieter und der Produktionsstandorte sowie den Abbau der Lagerbestände zurückzuführen. Für den Winter 2022 kommen die Energiekrise, die Rohstoffknappheit und der Krieg in der Ukraine hinzu, die die Produktions- und Beschaffungsketten für pharmazeutische Produkte weiter schwächen.

Laut BWL «wird der Winter zusätzliche Schwierigkeiten mitbringen: eine neue Welle von Covid-19-Kranken und die Grippe werden die allgemeinen Probleme noch verschärfen. Der Markt ist bereits von knappen Vorräten, langen Lieferfristen und schwierigen Logistikbedingungen geprägt, was die Beschaffungsprobleme in diesem Sektor stark vergrössern wird. Der vor allem durch die Gasknappheit bedingte Abbau von Produktionskapazitäten im Ausland und in der Schweiz wird voraussichtlich für weitere Probleme sorgen».

Europa ist angesichts dieser Situation besorgt und die Präsidentin von «Medecines for Europe» Elisabeth Stampa hat im Hinblick auf eine Unterbrechung der Produktion von Generika (die einen Anteil von 70 % der Medikamente in Europa ausmachen) angesichts der steigenden Energiepreise Alarm geschlagen.

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