Sonntag, Juni 13, 2021
 

Schutzmassnahmen: Wie wirksam sind sie bei der Prävention von Infektionen?

Genügend Abstand halten, wenn möglich, zu Hause bleiben, Masken tragen, sich regelmässig die Hände waschen, mehrmals täglich lüften… Die Einhaltung von Hygiene- und Verhaltensregeln während der COVID-19-Pandemie haben in der Schweiz zu einem Rückgang der Infektionszahlen geführt.

Wichtige Atemwegsinfektionen auf dem Rückmarsch

Jeden Winter gehen Influenzaviren um und lösen häufig eine Grippewelle aus. Gemäss der Hochrechnung des Bundesamts für Gesundheit haben in der Schweiz im Winter 2019/2020 228.250 Personen wegen einer grippeähnlichen Erkrankung einen Arzt aufgesucht. Im Gegensatz dazu blieb die Grippewelle 2020/2021 dank der Schutzmassnahmen gegen COVID-19 komplett aus. Die gemeldete Inzidenz pro 100.000 Einwohner ist von 129 im Jahr 2020 auf 0,92 für den Zeitraum Januar bis Mai 2021 gesunken.

Auch Tuberkulosefälle sind zurückgegangen. 432 Fälle im Jahr 2019 verglichen mit 373 Fällen im Jahr 2020. Pneumokokken-Infektionen (Streptococcus pneumoniae) gingen in diesen beiden Jahren um 36 % zurück. Alle diese Infektionen, die durch Tröpfchen oder Aerosole übertragen werden, konnten durch Hygiene- und Verhaltensregeln teilweise verhindert werden.

Was sind die Auswirkungen auf fäkal-orale Übertragungen und STIs?

Social Distancing und häufiges Händewaschen haben zu einem signifikanten Rückgang von Infektionen mit Salmonellen und Ansteckungen mit E. coli Bakterien geführt.

Was sexuell übertragbare Infektionen (STIs) betrifft, ist die Inzidenz von HIV (Humanes Immundefizienz-Virus) pro 100.000 Einwohner zwischen 2019 und 2020 von 4,97 auf 3,21 gesunken. Im Jahr 2020 wurden 283 neue Fälle gemeldet, im Vergleich zu 430 im Vorjahr. Auch andere STIs, wie Syphilis, Chlamydien und Gonorrhoe, sind zwischen 2019 und 2020 deutlich zurückgegangen.

Laut Fachleuten kann der Rückgang von STIs durch Hygienemassnahmen und Lockdowns erklärt werden. Aber auch PrEp, die Präexpositionsprophylaxe, hat dazu beigetragen. Diese Behandlung verhindert und schränkt das Auftreten von HIV ein und bietet Patienten gleichzeitig die Möglichkeit, sich vierteljährlich auf die wichtigsten STIs untersuchen zu lassen.

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