Freitag, Mai 20, 2022
 

Mangel an Humanarzneimitteln: Bericht zeigt Wege zur Verbesserung auf

Versorgungsengpässe bei Humanarzneimitteln sind ein weltweites Phänomen, dem sich auch die Schweiz nicht entziehen kann. Am 16. Februar 2022 veröffentlichte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) einen Bericht, in dem Massnahmen zur Verbesserung der Situation vorgeschlagen wurden. Diese fassen wir hier kurz zusammen.

Es gibt mehrere Gründe für die häufigen Lieferunterbrechungen bei Medikamenten: Mangel an Wirkstoffen, Produktionsunterbrechungen, technische Probleme, Probleme beim Vertrieb oder Schwierigkeiten mit der Qualität des Produkts. Laut KPMG sind die Ursachen für diese Engpässe auf wirtschaftliche Kräfte zurückzuführen, denen sich die Schweiz nicht allein entziehen kann.

Wo man ansetzen kann

Der neue Bericht des BAG, in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL), Swissmedic und der Armeeapotheke, weist darauf hin, dass der Bund eine bessere Datenbasis über Medikamentenengpässe und deren Hintergründe benötigt. In der Schweiz sind vor allem Medikamente betroffen, die auf das Nervensystem wirken (Schmerzmittel, Antidepressiva, Antiepileptika). Zudem müssen die verschiedenen Rollen der beteiligten Akteure künftig besser geklärt werden, um eine sichere Versorgung zu gewährleisten.

Auf nationaler Ebene schlägt das BAG vor, neue Massnahmen in mehreren Handlungsfeldern zu definieren, darunter: Anreize für die Hersteller, erleichterter Marktzugang für lebensrettende Medikamente zu attraktiven Preisen und Verbesserung der Medikamentenvorräte. Schliesslich könnte der Bund bei akuten Engpässen selbst lebensrettende Medikamente kaufen oder herstellen.

Der Bericht empfiehlt der Schweiz, «ihre internationalen Kontakte zu pflegen» und die Forschung und Entwicklung sowie die Herstellung von Impfstoffen in der Schweiz zu fördern. Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) und das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) werden dem Bundesrat bis Ende 2022 konkrete Vorschläge unterbreiten, welche Massnahmen weitergeführt werden sollen.

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